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Stadt Freiberg - Kommunale Förderprojekte
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Umbau und Sanierung Herderhaus zum Stadtarchiv, Herderstraße 2 mit Erweiterungsbau im Bereich Heubnerstraße/Kreuzgasse inkl. einer Tiefgarage Herderhaus (Foto: Stadtbau Freiberg GmbH) Bauherr: Stadt Freiberg Bauzeit: 10/2017 – 09/2021 Maßnahme: Sanierung und Erweiterung zum Stadtarchiv 1.BA – Sanierung Bestandsgebäude Baubeginn 10/2017 2.BA – Erweiterungsbau mit Tiefgarage Baubeginn 03/2020 Geplante Fertigstellung: 09/2020 Förderung: SDP *N* - kommunale Maßnahme Die Bestände des Freiberger Stadtarchivs gehören zu den bedeutendsten sächsischen Stadtarchiven und reichen bis in das Jahr 1489 zurück. Die derzeit auf verschiedene Standorte verteilten Bestände sollen nach dem Umbau des sogenannten Herderhauses in der Herderstraße 2 und dem angrenzenden Erweiterungsbau zusammengefasst und der Öffentlichkeit wieder als Ganzes zugänglich gemacht werden. Die Kapazitäten an allen Standorten sind trotz erfolgter Lagerungsoptimierungen bereits seit längerer Zeit erschöpft. Der Gesamtsanierung des Herderhauses liegt zudem eine Vorgabe des Sächsischen Archivgesetztes zugrunde - § 13 (2) des SächsArchivG . Diese verpflichtet den kommunalen Archivträger, ein Archiv zu unterhalten, das hinsichtlich der Räume und der Ausstattung archivfachlichen Anforderungen entspricht. Weiterhin besteht die Verpflichtung, die Archivalien der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was seit längerer Zeit nur noch für einen begrenzten Teil der Archivalien im Rathaus möglich ist. Mit dem Umzug der Bestände des Stadtarchivs sollen zudem moderne Arbeitsplätze für die Mitarbeiter/innen geschaffen werden und Besuchern an ebenfalls modernen und barrierefreien Arbeitsplätzen Einsicht in die Archivalien ermöglicht werden. Im Rahmen einer Variantenuntersuchung wurde aufgrund der Bestandsermittlung und Be- darfsplanung das Gebäude Herderstraße 2 mit der Möglichkeit eines Erweiterungsbaues inkl. einer Tiefgarage auf dem zum Gebäude gehörenden, angrenzenden Gelände entlang der Heubnerstraße/Kreuzgasse ausgewählt. Das Gebäude Herderstraße 2 war ursprünglich als zweigeschossiges großes Eckgebäude zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter Einbeziehung eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet worden. Die Keller stammen aus dem Mittelalter und früher Neuzeit. In der frühen Neuzeit befand sich das Gebäude u.a. im Besitz der Familien Alnpeck und Prager sowie leitender Bergbeamter. Das Wohnhaus kaufte 1818 der spätere Oberberghauptmann Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder (1776-1838), nach dem das Gebäude heute benannt ist. Dieser war vermutlich auch Bauherr der hofseitigen Freitreppe, dem bislang frühesten nachgewiesenen neogotischen Bauwerk in Freiberg. Die Schulgemeinde Freiberg kaufte 1847 das Gebäude und betrieb dort nach umfassendem Umbau, Erweiterung und Aufstockung des Hauses 1848–1902 die Knabenbürgerschule. Ergänzt wurde die Schule durch den Bau einer Turnhalle im Jahr 1885 (heute Turnhalle Kreuzgasse 2). Nach Auszug der Schule wurde das Gebäude als Wohnhaus, für gewerbliche Zwecke und zeitweise als Domizil eines Kindergartens genutzt. 1984 ereignete sich ein Dachstuhlbrand. Erst 1988 wurde das Haus nach Instandsetzung wieder zu Wohnzwecken freigegeben. Trotz mehrfacher Umbauten verfügt das Bauwerk noch über Ausstattungsstücke aus der Entstehungszeit, dazu gehören u.a. ein Spätrenaissance-Eingangsportal, ein polygonaler renaissancezeitlicher Treppenturm, Renaissanceportale, Kreuzgratgewölbe, eine bemalte Lehmfelderdecke und Rechteckfenster der Renaissance. Die Sanierungsmaßnahmen des Bestandsgebäudes erfolgen unter Berücksichtigung wesentlicher denkmalpflegerische Vorgaben. Diese betreffen beispielsweise die Instandsetzung der Wendelsteintreppe, den Erhalt der Fassadengestaltung mit Rundbogenportalen und Fensterarchitektur, die Sanierung der neogotischen Freitreppe an der Gebäuderückseite, den Erhalt der Kreuzgewölbe im Keller und im Restbereich des Erdgeschosses sowie der Tonnengewölbe, der beiden Renaissanceportale in der Herderstraße und die renaissancezeitliche Lehmfelderdecke im Erdgeschoss. Mit der Bauausführung werden die zur dauerhaften Erhaltung der Archivalien notwendigen besonderen Anforderungen an die Regulierung von Klima, Luft und Licht gewährleistet. Die notwendige Wärmeversorgung wird über eine moderne geothermische Anlage sowie eine Zu- und Abluftanlage mit integrierter Wärme- und Feuchterückgewinnung Sämtliche Eingangsbereiche sowie die inneren Transportwege und Nutzungseinheiten werden barrierefrei gestaltet. Infolge der Nutzungsänderung mit Einordnung von Magazinbereichen werden die vorhandenen Decken durch neue, diesen Erfordernissen angepasste Deckenkonstruktionen ersetzt. Weiterhin erfolgen die Neuinstallation der Stark- und Schwachstromanlagen sowie der fernmelde- und informationstechnischen Anlagen.
Obermarkt 24 - Rathaus Sanierung der Gebäudehülle in den Jahren 2018 bis Ende 2019 Bauherr: Stadt Freiberg Bauzeit: 02/2018 – 01/2020 Maßnahme: Sanierung der Gebäudehülle (Dach/Fassade/Fenster) Förderung: SDP *N* - kommunale Maßnahme Das spätgotische Rathaus gehört zu den wertvollsten Profanbauten der historischen Freiber-ger Altstadt. Bereits an gleicher Stelle wurde im 13.Jahrhundert das erste Freiberger Rathaus errichtet, das im Stadtrechtsbuch (1296-1305) als sogenanntes „Dinghaus“ bezeichnet wird. Der Begriff Rathaus taucht erstmals im Jahr 1407 auf. Im Mittelalter befanden sich in den Erdgeschossgewölben die Ratswaage und die Brotbänke. Im 17. Jahrhundert kamen die Salz- und Tuchbänke sowie andere Verkaufsstellen hinzu. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Rathaus mehrfach umgebaut. Mal waren Stadtbrände dafür ausschlaggebend, mal wurde das Gebäude erweitert. So kam bis 1442 der heute noch vorhandene, 1618 nochmals erhöhte Turm hinzu. Bis 1474 wurde das alte Rathaus durch einen zweigeschossigen Neubau ersetzt, der sich rechts und links hinter dem quadratischen Turm erstreckte. 1578 wurde die Obermarktseite zusätzlich noch durch den Erker des Rats-steinmetzen Andreas Lorentz betont. Eine gravierende Veränderung erfuhr das Gebäude im Jahr 1857, als das große gotische Steildach durch das heute noch vorhandene niedrige Sat-teldach sowie an den Seiten angesetzte historisierende Renaissancegiebel ergänzt wurde. Auch das Innere wurden in den Jahrhunderten immer wieder verändert und an neue Anforde-rungen angepasst. Trotzdem finden sich noch zahlreiche historische Elemente. So auch die Lorentzkapelle, in der bei einer in den Jahren 1983 bis 1993 erfolgen Sanierung Wandmale-reien aus der Entstehungszeit freigelegt werden konnten. Auszüge dieses Textes sind dem Flyer Denkmale in Freiberg Das Rathaus, herausgegeben 2019 von der Stadt Freiberg, verfasst von Herrn Dr. Uwe Richter, entnommen. Dort finden sich zahlreiche weitere Informatio-nen zur Geschichte des Freiberger Rathauses. In den Jahren 1997 bis 2003 erfolgte in einem ersten Bauabschnitt eine teilweise grundhafte Sanierung des Freiberger Rathauses, bei der das Gebäude vor allem im Inneren den heutigen Erfordernissen der städtischen Behörde angepasst wurde. Sanierungsleistungen am Dach und den Fenstern konnten dabei vor allem auch aus Kostengründen nur noch partiell durch-geführt und die Fassade neu gestrichen werden. Die Gesamtsanierung konnte nicht zum Ab-schluss gebracht werden. Nach über zwei Jahrzehnten zeigte das Gebäude vor allem im Bereich der Dachhaut und des Dachtragwerkes sowie der Fenster erhebliche Mängel, die durch den immer wiederkehren-den Wasser- und Feuchteeintritt in allen Geschossen, vor allem aber in den beiden ausgebau-ten Dachgeschossen zu zahlreichen Folgeschäden führten. Betroffen waren u.a. auch die historische Rathausdiele sowie das Ratssitzungszimmer. Im Winter kam es regelmäßig zu beiden Seiten des Daches zu massiver Eisbildung, die den Fußgänger- und Publikumsver-kehr vor und zum Rathaus und damit die Funktionalität und Arbeitsfähigkeit der öffentlichen Einrichtung gefährdete. Die meisten Fenster entsprachen zudem nicht den heutigen techni-schen Anforderungen. Nach gründlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die gravie-renden Mängel nur durch eine grundhafte Sanierung des Schieferdaches sowie dem Aus-tausch der Fenster und der Reparatur der auf den Giebeln aufgesetzten Sandsteinelemente behoben werden konnten. Ausschlag, die Sanierungs- und Reparaturarbeiten dringend auf den Weg zu bringen, gab zuletzt der Absturz von Sandsteinelementen bei einem Sturm An-fang 2018. Ein am 01.02.2018 durch die Stadt Freiberg gefasster Erweiterungsbeschluss zur grundhaften Sanierung des Rathauses beinhaltete sämtliche im 1. Bauabschnitt nicht mehr durchgeführte Maßnahmen. Mit diesem Beschluss konnten Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz beantragt werden, die durch die Bewilligungsstelle bereits im Februar 2018 in Teilen bestätigt wurden. Aufgrund der erheblich größeren als zunächst fest-gestellten Schädigungen wurden nachträglich auch die Kosten für die abschließende Fassa- densanierung von der Bewilligungsstelle anerkannt und konnten mit Fördermitteln untersetzt werden. Unabhängig von der Förderung wurden im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen die vor allem in den oberen Dachgeschossen betroffenen technischen Anlagen erneuert. Die Sanierungsmaßnahmen des Freiberger Rathauses erfolgte unter Berücksichtigung we-sentlicher denkmalpflegerische Vorgaben, die vor allem die Sandsteinelemente der Fassade, den Turmaufbau und die Fenstergestaltung betrifft. Aber auch die auf Grundlage restauratori-scher Befunde in Abstimmung mit der Denkmalbehörde festgelegte, an die Spätrenaissance angelehnte farbliche Gestaltung der Fassade ist ein gelungenes Ergebnis dessen und wertet die gesamte Platzgestaltung des Obermarktes auf. Mit den durchgeführten Sanierungsmaßnahmen konnte die Funktionalität des Rathauses für den Publikumsverkehr, die Arbeitsfähigkeit und die Sicherheit wiederhergestellt und das Ge-bäude an die technischen und Energieeinsparerfordernisse angepasst werden. Zum Tag des offenen Denkmals 2019 konnte das sanierte und in neuem farblichem Glanz erstrahlende Gebäude bereits in weiten Teilen für die Besucher geöffnet werden. Wenige Restarbeiten wurde bis Ende 2019 durchgeführt.
(Foto: Stadtbau Freiberg GmbH)
Anerkannter Sanierungsträger